Klosterdorf.
Die Website meines Dorfes – und mein Beweis, dass gute Software auch dem Gemeinwohl dienen kann, nicht nur dem Geschäft. Ein Ort, an dem Klosterdorf sich selbst erzählt: eigene Termine, eigene Vereine, eigene Nachrichten. Digital souverän, selbst gehostet, und so gebaut, dass wirklich jede und jeder mitkommt.

Alle Abbildungen auf dieser Seite sind echte Bildschirmfotos der Live-Website klosterdorf.de.
Warum.
Ich wollte wissen, ob das, was ich beruflich für Unternehmen baue, auch einem ganzen Dorf dienen kann. Klosterdorf hatte eine Seite, die kaum jemand pflegte und die niemandem so recht gehörte. Also habe ich sie neu gedacht – nicht als Visitenkarte, sondern als digitalen Dorfanger: ein öffentlicher Ort, der der Gemeinschaft gehört, auf eigener Infrastruktur, ohne dass die Daten meiner Nachbarn bei Google oder Facebook landen. „Digitale Souveränität“ klingt groß. Hier heißt es schlicht: Das Dorf besitzt seine eigene Stimme.
„Wenn Technik etwas taugt, muss sie auch dort funktionieren, wo niemand dafür bezahlt – im Ehrenamt, für die Älteren, fürs Gemeinwohl.“
Der Auftrag.
Die schwierigste Nutzerin ist nicht die 30-Jährige mit dem neuesten Handy, sondern die 78-Jährige mit dem alten Android und der Lesebrille. Für sie ist die Seite gebaut: große Schrift, ruhige Kontraste, nichts versteckt, keine Popups. Alles läuft auf eigener Infrastruktur in Deutschland, DSGVO-sauber, mit selbst gehosteten Schriften und ohne einen einzigen Tracker.
Und es sollte etwas sein, das ich nebenbei pflegen kann – und das auch dann noch läuft, wenn ich einmal keine Zeit habe. Kurz: dieselbe Sorgfalt, die sonst nur zahlende Kunden bekommen – hier für ein Dorf.
Der Ansatz.
Kein Baukasten, kein Theme von der Stange. Die eigentliche Ingenieursarbeit steckt unsichtbar darunter: mein eigener Code lebt als „mu-plugin“ neben WordPress, das offizielle Theme bleibt unangetastet und update-sicher. Ein kleines, eigenes Design-System – ich nenne es „Dorfblatt“ – gibt jeder Seite denselben ruhigen, zeitungsartigen Charakter.
Ausgeliefert wird alles als statische Seiten, damit auch die ältere Technik im Dorf schnell lädt. Nichts Modisches, das in zwei Jahren bricht – sondern Dinge, die man in fünf Jahren noch versteht und warten kann.

Das Dorf füllt es.
Das Schönste habe ich nicht gebaut – das macht das Dorf selbst. Silke öffnet ihren Hof und schickt mir den Flyer. Die Feuerwehr möchte ihre Seite auffrischen. Die Seniorenbeauftragte trägt ihr Halbjahresprogramm ein. Vereine, Termine, kleine Geschichten von den Festen – vieles landet einfach als freundliche Mail in meinem Postfach, und ich stelle es online. Aus einer Website ist ein Gemeinschaftswerk geworden.
Einmal die Woche geht ein „Wochenzettel“ hinaus: die Termine der nächsten zwei Wochen, gesetzt wie ein kleines Dorfblatt, mit einem fertigen Textblock, den die Nachbarn direkt in ihre WhatsApp-Gruppen weiterreichen. Kein Bot, keine fremde Schnittstelle – die Menschen bleiben die Absender.
„Toll, dass es die Seite gibt – endlich ein Ort, an dem alles zusammenkommt.“


Wo es steht.
Die Seite gibt es seit 2019; seit 2025 baue ich sie grundlegend neu. Rund 50 bis 60 Menschen schauen jeden Tag vorbei – für ein Dorf dieser Größe eine Menge, und die WhatsApp-Gruppen sind dabei noch gar nicht mitgezählt. Termine, Vereine, Flohmarkt, Feuerwehr, Senioren: alles an einem Ort, den die Gemeinschaft besitzt.
Und es wächst weiter – Woche für Woche, meist ausgelöst durch eine freundliche Mail.
Klosterdorf ist mein kleinstes Projekt – und eines meiner liebsten. Es zeigt, woran ich glaube: Sorgfalt ist keine Frage der Rechnungssumme.
Dieselbe Architektur-Disziplin und Liebe zum Detail, die ich in bezahlte Projekte stecke, steckt auch hier – nur ist der Lohn, dass meine Nachbarin ihr Fest im Netz wiederfindet. Wer so für ein Dorf baut, baut auch für ein Unternehmen anständig.